Frühpensionierung – ein Traum? So klappts.

Sie haben bestimmt Ziele und Wünsche, die Sie sich auch nach Ihrer Pensionierung erfüllen möchten. Doch vor dem Beginn dieses neuen Lebensabschnitts kommen viele Fragen auf. Mit welchem Einkommen kann ich nach der Pensionierung rechnen? Kann ich mir eine vorzeitige Pensionierung überhaupt leisten und reicht mein Geld dann trotzdem bis ins hohe Alter? Erfahren Sie in diesem Newsletter Wissenswertes zu den verschiedenen Möglichkeiten, die Sie bei der Planung des dritten Lebensabschnitts haben.

Wenn in der Schweiz Frauen vor dem 64. und Männer vor dem 65. Altersjahr in Rente gehen, dann spricht man von einer so genannten Frühpensionierung. Unsere Erfahrung zeigt: Was Sie heute richtig planen, kommt Morgen optimal zum Tragen. Wir empfehlen deshalb, die Pensionsplanung rund zehn Jahre vor dem gewünschten Pensionierungsalter anzugehen. Dazu gehört eine umfassende Analyse und Planung, die sämtliche Aspekte Ihrer finanziellen Situation berücksichtigt. Denn eine Frühpensionierung hat finanzielle Konsequenzen. Die frühzeitige Abklärung hilft dabei, den gewohnten Lebensstil auch nach der Frühpensionierung weiterführen zu können.

Wenn die Frühpensionierung vom Arbeitgeber vorgesehen ist

Das ordentliche Pensionsalter bei der Pensionskasse von Rita Kuster ist 62 Jahre, somit zwei Jahre vor dem AHV-Alter. In der Übergangszeit bis zum ordentlichen Rentenalter der AHV (mit 64 Jahren) kann sie eine Überbrückungsrente aus der Pensionskasse beziehen. Normalerweise führt der Bezug der Überbrückungsrente zu einer lebenslangen Kürzung der Altersrente aus der Pensionskasse. Als langjährige Mitarbeiterin profitiert Frau Kuster von einer speziellen Regelung, woraus der Arbeitgeber die Finanzierung dieser Ersatzrente übernimmt. Bei der Arbeitskollegin von Rita Kuster sieht die Lage leider anders aus. Da sie erst seit fünf Jahren im Unternehmen tätig ist, profitiert sie nicht von der obigen Regelung für langjährige Mitarbeiterinnen. Sie muss die Lücke selbst finanzieren.

Beispiel 1, Frau und Finanz Newsletter Nov. 2014

So sieht die Situation von Rita Kuster aus, die zwei Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter pensioniert wird.

Geordneter Rückzug aus dem Arbeitsalltag

Marianne Staub hat sich für einen schrittweisen Rückzug aus dem Arbeitsalltag entschieden. Das heisst, dass sie ihr Arbeitspensum sukzessive bis zum Pensionsalter reduzieren möchte. Vorteilhaft ist dabei, dass Frau Staub ihre AHV-Rente und die Pensionskassenrente nicht vorzeitig beziehen muss und sich durch die Lohnreduktion bereits an ein geringeres Einkommen gewöhnen kann. Denn in der Regel decken die Rentenbeiträge nur noch 60 bis 80 Prozent des letzten Erwerbseinkommens ab. Frau Staub profitiert davon, dass sie so bis zum ordentlichen Pensionsalter bei der AHV und der Pensionskasse versichert ist und somit keine Beiträge als Nichterwerbstätige einzahlen muss – denn diese können durchaus ins Geld gehen. Einziger Wermutstropfen dieser Lösung: Marianne Staub ist zwar weiterhin versichert, durch die Verringerung des versicherten Lohns werden jedoch tiefere Beiträge an die Altersvorsorge geleistet, was zu einer tieferen Altersrente führt.

Beispiel 2, Frau und Finanz Newsletter Nov. 2014

Beispiel Marianne Staub: Geordneter Rückzug aus dem Arbeitsalltag.

Gemeinsam die Welt entdecken

Noch einmal ein anderes Szenario ergibt sich bei Carla Gubser (53) und ihrem Mann Peter (54). Sie wissen, dass sie dem Arbeitsalltag mit 60 Jahren den Rücken kehren und vermehrt die Welt bereisen möchten. Ihr Haus im St.Galler Rheintal ist zum grössten Teil abbezahlt und ihre drei Kinder sind bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf ihre finanzielle Unterstützung angewiesen. Sie sind sich dessen bewusst, dass eine Frühpensionierung nicht nur die Verwirklichung eines Traums bedeutet, sondern auch eine Planung der finanziellen Situation voraussetzt.

Beispiel 3, Frau und Finanz Newsletter Nov. 2014

Carla und Peter Gubser wollen die Welt bereisen und lassen sich frühpensionieren.

Eine rechtzeitige Vorsorgeplanung ist das A und O

Um möglichst gut für die Frühpensionierung vorbereitet zu sein, suchen sie deshalb ihre Kundenberaterin der St.Galler Kantonalbank auf. Als Vorbereitung für das Gespräch, haben sie vorgängig bereits folgende Unterlagen an ihre Beraterin eingereicht:

  • letzte Steuererklärung mit Vermögensverzeichnis
  • Pensionskassenausweis und das Reglement der beiden Pensionskassen

Zudem haben sie die wichtigsten Fragen, welche sie beantwortet haben möchten auf der Checkliste notiert:

  • Reicht unser Vermögen für eine Frühpensionierung aus?
  • Können wir unseren Lebensstandard beibehalten?
  • Wie können wir mögliche Einkommenslücken überbrücken?
  • Welche Auswirkungen hat eine Frühpensionierung auf unsere Steuern?
  • Wo können wir noch Steuern sparen, oder wie machen wir mehr aus unserem Vermögen?

Lücken frühzeitig erkennen und schliessen

Gubsers erfahren im Gespräch, dass ihr Ausgabenbudget eines der Hauptgrundlagen einer Pensionsplanung bildet. Denn nur so lassen sich mögliche Finanzierungslücken frühzeitig erkennen – in den Jahren bis zur Pensionierung bietet sich zudem meist das bedeutendste Optimierungspotential. Auch hinsichtlich der Vorsorge.

Die Gubsers merken schnell – stellen sie die fixen Einnahmen aus der AHV und der Pensionskasse gegenüber, besteht eine Vorsorgelücke. Ihre Spezialistin macht sie deshalb auf verschiedene Möglichkeiten aufmerksam, wie die Altersvorsorge bis zu ihrer Frühpensionierung weiter aufgebaut werden kann. Dabei haben sie folgende Möglichkeiten:

  • Den Aufbau einer Säule 3a: Da Herr und Frau Gubser beide über ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen verfügen, kann über die gebundene Säule 3a zusätzlich Alterskapital aufgebaut werden. Da der einbezahlte Betrag bei der Steuererklärung als Abzug geltend gemacht werden kann, ergibt sich eine tiefere Steuerbelastung. In ihrem Fall können dank beiden Einzahlungen jährlich rund CHF 4‘000 an Steuern eingespart werden. Der aktuelle Maximalbetrag ist pro Person auf CHF 6‘739 (ab 2015, CHF 6‘768) beschränkt, dies gilt für Personen welche bei einer Pensionskasse versichert sind. Anders verhält es sich bei Personen, welche nicht über einen Pensionskassenanschluss verfügen. Dies sind meist Personen welche, aufgrund eines Teilzeitpensums die Eintrittsschwelle der BVG-Unterstellung nicht erreichen oder selbständig Erwerbende. So ist bei dieser Personengruppe der Betrag auf 20% des AHV-pflichtigen Einkommens beschränkt, es gilt jedoch eine obere Maximalgrenze von aktuell CHF 33‘696 (ab 2015, CHF 33‘840).
  • Freiwillige Einzahlung in die Pensionskasse: Je nach Situation besteht die Möglichkeit, allfällige Lücken bei der Pensionskasse durch freiwillige Einzahlungen auszugleichen. Die getätigten Einkäufe können wie die Säule-3a-Beiträge bei den Abzügen in der Steuererklärung geltend gemacht werden und bieten so einen steueroptimierten Ausbau der persönlichen Altersvorsorge. Neben den steuerlichen Vorteilen müssen in jedem Fall aber auch die Rahmenbedingungen bei der Pensionskasse oder externer Faktoren im Detail geprüft werden. Es stellt sich beispielsweise die Frage, ob bei einem Todesfall das einbezahlte Kapital als einmalige Auszahlung an die Begünstigten erfolgt oder die Hinterlassenenleistung entsprechend erhöht wird. Bei einem späteren Kapitalbezug muss zudem der letzte Einkauf spätestens 36 Monate vor dem geplanten Pensionierungszeitpunkt erfolgt sein.
  • Die freie Vorsorge: Hier haben Gubsers eine grosse Vielfalt an Möglichkeiten.

Es lohnt sich, sich frühzeitig mit der Pensionierung zu befassen. Eine umfassende Betrachtung Ihrer Situation, Wünsche und Ziele zeigt Ihnen, auf welchem Weg dieser Schritt finanziell tragbar wird. Sprechen Sie mit unseren Spezialistinnen und Spezialisten und klären Sie die offenen Fragen oder nutzen Sie für eine erste Analyse unsere Online-Rechner zu den Themen Sparen-3, Budget und Pension.