Steuern sparen und geschickt vorsorgen fürs Alter

Sie möchten für die Zukunft vorsorgen und dabei bereits heute Steuern sparen? Kein Problem. Das geht am Einfachsten mit einer Säule 3a. Sie bildet einen stützenden Pfeiler gegenüber der staatlichen Vorsorge (AHV/IV) und der beruflichen Vorsorge (BVG). Erfahren Sie hier, welche Bedeutung die gebundene Vorsorge gerade auch für Frauen hat und wie Sie das aus steuerlicher Sicht geschickt einrichten.

Kein Geld oder keine Lust, bereits in jungen Jahren mit dem Sparen fürs Alter zu beginnen? Die Gründe, sich als Einsteigerin nicht schon mit dem Pensionsalter zu befassen, sind vielfältig und verständlich. Weil die Renten der staatlichen und der beruflichen Vorsorge aber kaum reichen werden, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten, empfehlen wir, sich bereits früh mit der eigenen Vorsorge zu beschäftigen. Denn mit 63 ist es dafür zu spät. So kurz vor der Pensionierung lassen sich früher entstandene Löcher kaum stopfen, die bei Frauen nach wie vor häufiger als bei Männern bestehen.

Das Anlegen von Geld für eine gebundene Vorsorge hat neben der höheren Verzinsung einen entscheidenden Vorteil: Der Staat belohnt das eigene, gebundene Vorsorgen mit einer tieferen Steuerrechnung.

Alexandra Hauser (ledig, ohne Kinder, katholisch) lebt in der Stadt St.Gallen und verdient 5‘000 Franken brutto pro Monat. Seit ihrem 25. Geburtstag im Januar 2013 zahlt sie monatlich 100 Franken auf ein steuerbegünstigtes Konto 3a ein. Ihre Steuerrechnung reduziert sich dadurch für dieses Jahr um 297 Franken. Lässt Sie diese Gelder bis zu ihrer Pensionierung auf dem Säulen-3a-Konto zu einer durchschnittlichen Verzinsung von 1,3 Prozent liegen, erhält sie mit 64 Jahren rund 63‘000 Franken. Rund 14‘000 Franken alleine durch Zinsen und Zinseszinsen - und dies trotz derzeit tiefem Zinsniveau. Ihre Steuerersparnis wäre gut 12‘000 Franken. Würde Frau Hauser jährlich den vollen Betrag von 6‘739 Franken (Stand 2013) einzahlen, würde sie rund 48‘000 Franken an Steuern sparen. Die Sondersteuer bei der Auszahlung der 3a-Gelder ist dabei bereits berücksichtigt. Nicht schlecht, oder?

Frau Hauser ist sich nach dem Informationsgespräch mit ihrer Kundenberaterin der St.Galler Kantonalbank bewusst, dass es sich beim Säule-3a-Konto um eine gebundene Vorsorge-Variante handelt. Das heisst: Das Geld ist bis zur Pensionierung blockiert und lässt sich weder in Not, noch für finanzielle Investitionen vom Konto abheben. Wer also länger verreisen möchte, einen Autokauf plant oder sich eine Familie wünscht, kann auf dieses Guthaben nicht zugreifen. Für solche Anschaffungen lohnt es sich, ein separates Polster auf einem normalen Sparkonto anzulegen.

In Ausnahmefällen ist der vorzeitige Bezug der 3a-Gelder erlaubt. Die Ausnahmen sind zum Beispiel: Bezüge für die Finanzierung von Wohneigentum, das definitive Auswandern ins Ausland oder die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit. Besonders der Einsatz der 3a-Gelder für den Erwerb von Wohneigentum wird häufig genutzt. Nebst dem Bezug bei Erwerb besteht die Möglichkeit, die abgeschlossene Hypothek indirekt mit den 3a-Geldern abzuzahlen. Dabei wird die Hypothek nicht direkt in Raten an die Bank zurückbezahlt, sondern in die Säule 3a investiert. Sie profitieren so zusätzlich von den Steuervorteilen.

Welches ist die richtige Lösung für mich?

Grundsätzlich lässt sich ein Konto 3a bei einer Bank oder einer Versicherung anlegen. Was bei beiden Lösungen gilt: Die Zinsen in der gebundenen Vorsorge sind generell höher als bei einem freien Sparkonto. Im August 2013 wird ein 3a-Konto bei der St.Galler Kantonalbank beispielsweise mit 1,3% verzinst, ein Sparkonto mit 0,2%. Beim 3a Konto, bei welchem Sie den Einzahlungszeitpunkt selber wählen können, lohnt es sich also, den gesamten Betrag bereits zu Beginn des Jahres zu überweisen. So profitieren Sie das ganze Jahr von den höheren Zinsen. Sie haben beim 3a-Sparen sowohl bei der Bank, als auch der Versicherungslösung, verschiedene Möglichkeiten, das Geld anzulegen:

  • 3a-Vorsorgekonto bei einer Bank mit einem Vorzugszins, der sich über die Laufzeit verändern kann.
  • 3a-Fondssparen bei einer Bank. Dabei legen Sie Ihr einbezahltes Geld in Anlagefonds an und partizipieren an der Entwicklung der Märkte. Lassen Sie dabei die möglichen Wertschwankungen nicht ausser Acht.
  • 3a-Lebensversicherung. Die klassische Lebensversicherung bietet ein garantiertes Erlebens- und Todesfallkapital. Zusätzlich können Erwerbsausfall und Invalidität versichert werden.
  • 3a-Lebensversicherung, fondsgebunden. Wie bei der eben beschriebenen klassischen Vorsorgepolice, können Invalidität und das Todesfallrisiko miteingeschlossen werden. Das Geld wird jedoch in Anlagefonds investiert und das Sparziel ist aufgrund von Wertschwankungen nicht garantiert.

Die Versicherungslösung hat einen Vorteil, der besonders dann zum Tragen kommt, wenn die Absicherung von Risiken wie Invalidität oder Todesfall wichtig sind.

Die Banklösung bietet gegenüber der Versicherungslösung folgenden Vorteil: Der 3a-Betrag kann flexibel dem aktuellen Budget angepasst werden. Der gesetzliche Maximalbetrag, der aktuell 6‘739 Franken für Angestellte mit Pensionskasse beträgt, darf dabei nicht überschritten werden. Auch dann nicht, wenn Sie mehrere 3a Konten besitzen. Sollten Sie einmal knapp bei Kasse sein, sind Sie nicht verpflichtet etwas einzuzahlen.

Das ist für Marianne Knöpfel, 35, ein riesiger Vorteil: Sie träumt von der Gründung einer Familie. Ihre Zahlungen kann sie so jederzeit stoppen oder verringern, falls andere Ausgaben einmal wichtiger sind oder sie ihre Berufstätigkeit für einige Jahre unterbrechen sollte.

Maximale Flexibilität für Selbstständigerwerbende

Die drei Säulen AHV, Pensionskasse und privates Sparen funktionieren nur dann, wenn man in allen Bereichen sparen kann. Das ist besonders bei Frauen oft nicht der Fall. Wie bei Heidi Fischer: Sie ist verheiratet, ihre Kinder sind bald aus dem Haus und nach einer langjährigen Berufspause hat sie wieder eine Teilzeitstelle als Sekretärin gefunden, bei der sie jährlich 20‘000 Franken verdient. Die zweite Säule fällt für sie weg, denn nur Angestellte mit einem Mindestlohn von 21‘060 Franken pro Jahr sind obligatorisch bei der zweiten Säule zu versichern. Selbstständig Erwerbstätige haben die Möglichkeit, sich freiwillig bei der Pensionskasse des Berufsverbands oder der Auffangeinrichtung versichern zu lassen.

Wer keiner Pensionskasse angeschlossen ist, kann bis zu 20% des Nettoeinkommens (bis maximal 33‘696 Franken, Stand 2013) in die sogenannte «grosse 3a Säule» einzahlen. Bei Frau Fischer wären das immerhin 4‘000 Franken.
 

Lohnt sich ein gestaffelter Bezug?

Frau Fischer kann bis zu ihrer Pensionierung die Beiträge in die Säule 3a vom steuerbaren Einkommen abziehen. Bei der Auszahlung hingegen verlangt der Staat seinen Anteil und erhebt eine Steuer. Je nach Kanton und Höhe des Kapitals kann diese zwischen 5% und 20% betragen. Die Kundenberaterin der St.Galler Kantonalbank rät Frau Fischer, die Gelder gestaffelt zu beziehen, da Auszahlungen im gleichen Jahr für die Steuersatzbestimmung zusammengerechnet werden.

Ein gestaffelter Bezug ist möglich, weil 3a Guthaben schon fünf Jahre vor dem ordentlichen AHV Pensionsalter, für Frauen somit ab Alter 59, bezogen werden können. Da ein 3a-Konto jedoch immer als Ganzes fällig wird, sollten mehrere Vorsorgegefässe eingerichtet werden, die danach in unterschiedlichen Jahren zur Auszahlung kommen. Bei einem Bezug von fünfmal 20‘000 Franken statt einmal 100‘000 Franken, lassen sich je nach Wohnort zwischen 1‘000 und 2‘000 Franken sparen. Ob sich eine gestaffelte Auszahlung lohnt, muss im Einzelfall geprüft werden, denn auch ein Aufschub hat seine Vorteile: Die Zinserträge müssen Sie nicht als Einkommen versteuern, das Guthaben nicht als Vermögen.

Frauen in allen Lebenslagen haben Bedarf an einer guten Vorsorge. Analysieren auch Sie Ihre finanzielle Situation fürs Alter und lassen Sie sich jetzt von uns unverbindlich beraten.